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Pinot Meunier

Der Pinot Meunier (Müllerrebe, Schwarzriesling) ist ein Mitglied der illustren Familie der Burgundersorten. Ob es sich bei ihm um einen Abkömmling des Pinot Noir handelt, oder ob er gar selbst dessen Stammvater ist, gilt in der Wissenschaft noch immer nicht als mit letzter Sicherheit geklärt.

Unstrittig hingegen ist die Herkunft seines Namens bzw. seiner Synonyme: Die stark weiß behaarte Blattunterseite wirkt, als sei sie mit Mehl bestäubt und ähnelt zudem der des Rieslings. Im Weinberg kommen die Vorlieben und Ansprüche des Pinot Meunier denen des Pinot Noirs recht nahe, wenngleich er etwas weniger sensibel auf die Standortwahl reagiert und aufgrund des tendenziell späten Austriebs nicht sehr empfindlich gegenüber Spätfrost ist. Auch echter und falscher Mehltau stellen keine allzu große Bedrohung für die Sorte dar.

Die Verbreitung des Pinot Meunier beschränkt sich im Wesentlichen  auf Frankreich – hier fast ausschließlich auf die Champagne – und Deutschland mit klarem Schwerpunkt in Württemberg. In letzterer und den benachbarten Regionen werden aus Pinot Meunier traditionell eher leichtgewichtige, fruchtbetonte und rasch zu trinkende Stillweine für den täglichen Bedarf bereitet und zumeist unter dem deutschen Namen „Schwarzriesling“ abgefüllt. Im Zuge der nun schon über zwei Dekaden andauernden Qualitätsorientierung des heimischen Weinbaus gelangen jedoch zunehmend seriösere, lagerfähige Sortenvertreter auf den Markt, die - nicht selten im kleinen Holzfass ausgebaut – dem Pinot Noir ähneln, ohne ihn jedoch in der Spitze zu erreichen. Sie tragen oftmals den französischen Namen auf dem Etikett, ebenso wie die immer häufiger werdenden flaschenvergorenen Winzersekte besserer Qualität.

In der Champagne zeigt sich denn auch die besondere Eignung des Pinot Meunier für die Erzeugung von Schaumweinen. Die Sorte nimmt dort rund 30 Prozent der Rebfläche ein, ein Schwerpunkt seiner Verbreitung liegt auf den tonhaltigen Böden des Vallée de la Marne. Generell dient die Rebsorte in ihrer eher harmonisch-fruchtigen Art vor allem der Abrundung von Cuvées. Da sich aus Pinot Meunier gewonnene Weine tendenziell schneller entwickeln als Vertreter aus Pinot Noir oder Chardonnay, war es in der Vergangenheit um die Wertschätzung der Rebe zur Bereitung wirklich großer Weine nicht immer bestens bestellt. In den letzten Jahrzehnten besinnen sich jedoch immer mehr Winzer eines Besseren und bauen Pinot Meunier – als Blanc de Noirs oder Rosé - nicht nur häufiger sortenrein aus, sondern auch zunehmend als Jahrgangs- und Einzellagen-Champagner.

 

Die gelungensten Exemplare können hierbei bezüglich Charakter, Eleganz und Entwicklungsfähigkeit durchaus in der ersten Liga spielen.    

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