Dosage

Die Dosage ist der letzte Schliff auf dem Weg zum fertigen Champagner, erfolgt sie doch unmittelbar nach dem Degorgieren.

Dieser Moment verlangt ohnehin nach einem Ausgleich  des unvermeidlichen Verlustes, sei er auch noch so klein. Seit jeher nutzen die Champagnerwinzer diese Gelegenheit zur finalen Feinjustierung ihrer Weine, indem sie den genannten Schwund eben gerade nicht mit durchgegorenem Wein, sondern mit mehr oder weniger süßem  „Liqueur de Dosage“ auffüllen.

Diese Flüssigkeit besteht zumeist aus in Wein aufgelöstem Rohrzucker und wird traditionell auch als „Liqueur d’Expédition“, also als „Versanddosage“ bezeichnet. Der Süßegrad des Liqueurs variierte nämlich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein - abhängig von den Geschmacksvorlieben des jeweiligen Exportlandes - teilweise ganz erheblich.

Heutzutage gelten für die unterschiedlichen Champagner-Typen folgende Zuckeranteile in Gramm pro Liter:

doux:  über 50g
demi-sec:  32 bis 50g
sec: 17 bis 32g
extra dry:  12 bis 17g
brut: unter 12g
extra brut: unter 6g

Unter 3g Restzuckergehalt und ohne erfolgte Dosage dürfen die Zusätze „brut nature“, „pas dosé“ oder „dosage zéro“ verwendet werden.

Im Zuge der Renaissance der Winzerchampagner in den letzten beiden Jahrzehnten hat die Dosage-Thematik einiges an Brisanz gewonnen: Ob ein Champagner ein paar Gramm mehr oder weniger unvergorenen Zucker mit auf den Weg bekommen hat, ist für viele zeitgenössische Champagnerliebhaber längst keine reine Frage des individuellen Geschmacks mehr.

Es scheint manchmal eine ideologisch aufgeladene Angelegenheit zu sein, in der sich zwei Fraktionen einigermaßen unversöhnlich gegenüberstehen. Die eine Seite führt nicht zu Unrecht an, dass im Weinberg perfekt ausgereifte Trauben mehr als ausreichend harmonische Weine ergeben, um ohne zusätzlichen Zucker auszukommen. Dosierte Champagner sind für sie „geschminkt“, der Zucker verberge nur die unzulängliche Reife als Folge mangelhafter Arbeit im Weinberg. Der Trend hin zu nur wenig oder gar nicht dosierten Champagnern, den man in der jüngsten Vergangenheit in der modernen Spitzengastronomie, aber vor allem auch in der Fachpresse beobachten konnte, scheint ihnen Recht zu geben.

Doch Vorsicht: Noch immer machen handwerklich von Winzerhand erzeugte, knochentrockene Champagner nur einen äußerst geringen Anteil an der Gesamtproduktion der Region aus. Was den vermeintlichen oder tatsächlichen Experten mundet, sagt noch lange nichts über die realen Marktverhältnisse aus!

Neben diesem gewiss nicht zu unterschätzenden Punkt führen die Gegenspieler von der Dosage-Seite der Debatte allerdings auch stichhaltige stilistische Argumente ins Feld: Eine umsichtige Dosage sorgt in ihren Augen nämlich nicht nur für mehr Harmonie und jahrgangsübergreifende Konstanz, sie kann auch durchaus für größere Komplexität sorgen, besonders dann, wenn man den Zucker in Reserveweinen löst und so weit mehr als Süße zum Gesamtkonstrukt beiträgt.

Wir von Champagne Characters sehen die Dinge wie gewohnt genussvoll gelassen und versuchen weiterhin, das Beste aus beiden Welten für unsere Kunden aufzuspüren!

        

Tags: Dosage

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