Was bedeutet Réserve Perpétuelle?
Das klingt erst einmal ziemlich technisch. Die Idee dahinter ist aber gar nicht so kompliziert: Statt Weine aus früheren Jahren nur getrennt zu lagern, werden bei einer Réserve Perpétuelle Weine verschiedener Jahrgänge fortlaufend miteinander verbunden. Jedes Jahr wird ein Teil der Reserve verwendet und durch Wein aus einer neuen Ernte ergänzt.
Wie das funktioniert und welche Champagner aus unserem Sortiment dieses Verfahren nutzen, schauen wir uns genauer an.
Was ist eine Réserve Perpétuelle?
Réserve Perpétuelle bedeutet sinngemäß eine fortlaufende, immer wieder ergänzte Weinreserve.
Dafür werden Weine verschiedener Jahrgänge miteinander verbunden und gemeinsam weitergeführt. Jedes Jahr wird ein Teil dieser Reserve entnommen und für die Herstellung eines Champagners verwendet. Anschließend wird die Reserve mit Wein aus der neuen Ernte ergänzt.
So entsteht ein Kreislauf: Ältere und jüngere Weine bleiben miteinander verbunden, während sich die Zusammensetzung der Reserve über die Jahre weiterentwickelt.
Das Besondere daran ist, dass die Reserve nicht auf einen einzigen Jahrgang beschränkt ist. Je nachdem, wann das Verfahren begonnen wurde und wie es der jeweilige Erzeuger handhabt, können Weine aus vielen verschiedenen Ernten zusammenkommen.
Wie funktioniert das Verfahren?
Stell Dir die Réserve Perpétuelle wie einen fortlaufenden Kreislauf vor, der über Jahre weitergeführt wird.
Am Anfang: Ein Weingut beginnt mit einer bestimmten Menge Wein aus einem Jahrgang.
Im nächsten Jahr: Ein Teil des vorhandenen Weins wird entnommen und für eine neue Cuvée verwendet.
Dann wird ergänzt: Die entnommene Menge wird durch Wein aus der neuen Ernte ersetzt.
Und das wiederholt sich: Jahr für Jahr wird ein Teil verwendet und neuer Wein hinzugefügt.
Dadurch entsteht eine Reserve, in der Weine verschiedener Jahrgänge miteinander verbunden bleiben.
Wie viel Wein jedes Jahr entnommen und ergänzt wird, kann je nach Erzeuger unterschiedlich sein. Auch die Art der Lagerung und der Zeitpunkt, zu dem eine Réserve Perpétuelle begonnen wurde, spielen eine Rolle.
Ist Réserve Perpétuelle dasselbe wie Solera?
Die Begriffe werden häufig gemeinsam verwendet, bedeuten aber nicht zwingend genau dasselbe.
Der Begriff Solera stammt ursprünglich aus der Sherryherstellung. Er bezeichnet ein System der fortlaufenden Verschneidung, bei dem Weine unterschiedlichen Alters miteinander verbunden werden. In der Champagne gibt es ebenfalls Verfahren, bei denen eine Reserve über mehrere Jahrgänge hinweg weitergeführt und regelmäßig ergänzt wird. Dafür wird häufig der Begriff Réserve Perpétuelle verwendet.
Beide Ansätze beruhen auf einem ähnlichen Grundgedanken: Ältere und jüngere Weine werden miteinander verbunden, statt ausschließlich getrennt nach Jahrgängen gelagert zu werden. Die konkrete Umsetzung kann sich allerdings unterscheiden. Nicht jede Réserve Perpétuelle funktioniert nach dem klassischen, mehrstufigen Solera-System.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zu herkömmlichen Reserveweinen: Diese werden aus früheren Jahrgängen aufbewahrt und bei Bedarf mit jüngeren Weinen vermählt. Bei einer Réserve Perpétuelle wird dagegen ein Weinbestand über mehrere Ernten hinweg fortlaufend ergänzt und weitergeführt.
Beide Methoden bieten den Winzern unterschiedliche Möglichkeiten, ihre Cuvées zusammenzustellen.
Welche Rolle spielt die Réserve Perpétuelle im Champagner?
Eine Réserve Perpétuelle ist kein eigener Champagnertyp und auch keine Dosage-Angabe. Sie beschreibt eine Methode, mit der Weine verschiedener Jahrgänge für die Assemblage bereitgestellt werden.
Wie groß der Anteil aus einer solchen Reserve in einer fertigen Cuvée ist, hängt vom jeweiligen Champagner ab. Manche enthalten einen kleineren Anteil, andere einen deutlich größeren.
Deshalb lohnt es sich, bei den Produktbeschreibungen genauer hinzuschauen: Dort findest Du teilweise Angaben dazu, wann die Reserve begonnen wurde und wie viel davon in der jeweiligen Cuvée steckt.
Drei Beispiele aus unserem Sortiment
Sadi Malot Terre d’Origine
Bei Sadi Malot Terre d’Origine kommt eine Solera zum Einsatz, die bereits 1982 begonnen wurde. Die Cuvée enthält einen Solera-Anteil von 45 Prozent.
Der Grundwein wird im Stahltank vergoren. Laut Produktbeschreibung bringt die mehr als 40 Jahre alte Solera zusätzliche Aromen und Körper in den Champagner.
Zum Sadi Malot Terre d’Origine
Grumier Réserve Perpétuelle Extra Brut
Auch beim Grumier Réserve Perpétuelle Extra Brut kommen Weine aus verschiedenen Jahrgängen zum Einsatz. Die fortlaufend ergänzte Reserve wurde 2005 begonnen und macht 40 Prozent der Cuvée aus.
Der Champagner wird in Edelstahl und Holz ausgebaut und reift anschließend drei Jahre in der Flasche.
Zum Grumier Réserve Perpétuelle Extra Brut
William Saintot Prestige
Bei William Saintot Prestige wird ebenfalls das Solera-Verfahren eingesetzt. Die Produktbeschreibung nennt einen Anteil von 30 Prozent aus einer Réserve Perpétuelle.
Auch beim Ausbau geht das Haus seinen eigenen Weg: 90 Prozent werden in Eichenfässern und 10 Prozent in Edelstahltanks ausgebaut.
Réserve Perpétuelle oder Jahrgangschampagner?
Ein Jahrgangschampagner wird aus Weinen eines bestimmten Erntejahres hergestellt. Bei einer Réserve Perpétuelle werden dagegen Weine verschiedener Jahrgänge miteinander verbunden.
Das bedeutet nicht, dass eine Methode grundsätzlich besser ist als die andere. Sie verfolgen unterschiedliche Ansätze und eröffnen den Winzern verschiedene Möglichkeiten bei der Zusammenstellung ihrer Champagner.
Wenn Du mehr über Champagner aus einem einzelnen Erntejahr erfahren möchtest, lies auch unseren Artikel„Was ist ein Jahrgangschampagner?“
Ein Verfahren, das über Jahre weiterlebt
Die Réserve Perpétuelle ist ein fortlaufender Kreislauf: Ein Teil der Reserve wird verwendet, neuer Wein kommt hinzu und die Zusammensetzung der Reserve entwickelt sich über die Jahre weiter.
Wie lange eine solche Reserve bereits besteht und welchen Anteil sie an einem Champagner hat, kann von Erzeuger zu Erzeuger unterschiedlich sein. Genau deshalb lohnt es sich, bei den einzelnen Flaschen genauer hinzuschauen.
Wenn Du Champagner spannend findest, bei denen verschiedene Jahrgänge zusammenkommen, ist die Réserve Perpétuelle ein Begriff, den Du Dir merken kannst. Und vielleicht entdeckst Du bei Deiner nächsten Flasche ja eine Cuvée, die nach diesem Prinzip hergestellt wurde.