Vintage 2026
Die Champagne blickt auf eine außergewöhnliche Lese 2026 zurück. So früh wie in diesem Jahr wurde in der Region noch nie geerntet.
Die Champagne blickt auf eine außergewöhnliche Lese 2026 zurück. So früh wie in diesem Jahr wurde in der Region noch nie geerntet. Vorausgegangen war ein Jahr mit ungewöhnlich hohen Temperaturen, mehreren Hitzewellen und ausgeprägter Trockenheit. Die Erntemengen fallen dadurch eher gering aus, gleichzeitig präsentieren sich die Trauben in bemerkenswert guter gesundheitlicher Verfassung und mit einer spannenden Balance aus Reife, Frucht und Frische.
Für uns ist es noch viel zu früh, um den Jahrgang abschließend zu beurteilen. Aber die ersten Eindrücke aus den Weinbergen und Kellern der Winzer, mit denen wir sprechen, machen definitiv neugierig.
Ein Jahr, das vieles anders gemacht hat
Schon der Start in die Vegetationsperiode verlief ungewöhnlich. Auf intensive Spätfröste im Frühjahr folgte eine sehr frühe Blüte. Im Sommer sorgten gleich fünf Hitzewellen für außergewöhnliche Bedingungen und beschleunigten die Entwicklung der Reben deutlich.
Entsprechend früh begann die Lese. Der offizielle Start wurde für den 12. August festgelegt, bei unserem Jean Velut fiel bereits am 08. August der Startschuss. Ab dem 17. August wurde dann in der gesamten Champagne gelesen.
Damit gehört 2026 nicht nur zu den frühesten Jahrgängen der vergangenen Jahrzehnte. Es ist der früheste Erntebeginn, den die Champagne bisher verzeichnet hat.
Die Trockenheit führte zu kleineren Beeren und damit auch zu geringeren Erträgen. Für die Qualität ist das allerdings nicht zwangsläufig ein Nachteil. Im Gegenteil: Die Trauben konnten unter sehr guten gesundheitlichen Bedingungen ausreifen und kamen in vielen Weinbergen ausgesprochen konzentriert und aromatisch zur Lese.
Hitze und Trockenheit als Herausforderung
Das Wetter stellte die Winzer in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen. Gleichzeitig haben die Reben erstaunlich gut auf die extremen Bedingungen reagiert. Trotz der Hitze blieb das Laub vielerorts vital und grün. Die Reben entwickelten im Laufe des Sommers natürliche Schutzmechanismen, sodass größere Schäden durch Sonnenbrand oder Verbrennungen weitgehend ausblieben.
Die schnelle Reife machte vor allem eines notwendig: Flexibilität. Die Winzer mussten ihre Erntepläne kurzfristig anpassen, Helfer organisieren und innerhalb kürzester Zeit entscheiden, wann welche Parzelle gelesen werden sollte.
Gerade die Handlese spielte dabei eine wichtige Rolle. Die Trauben wurden sorgfältig und möglichst schonend eingebracht, um die Qualität des Leseguts trotz der hohen Temperaturen zu bewahren.
Was 2026 im Keller verspricht
Besonders spannend wird nun der Blick auf die Moste. Erste Eindrücke zeigen eine ungewöhnliche Kombination: viel Reife und Konzentration, gleichzeitig aber eine erstaunlich lebendige Frische.
Bei den ersten Verkostungen fallen vor allem intensive Frucht, Finesse und eine schöne Säurestruktur auf. Genau diese Balance könnte zu einer der interessantesten Eigenschaften des Jahrgangs werden.
Dabei zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die Arbeit im Keller ist. Eine schonende Pressung und die präzise Trennung der Mostfraktionen helfen dabei, die Frische und Feinheit der reifen Trauben zu bewahren. Nun liegt es an den Kellermeistern, diese Balance durch die Vinifikation und später die Assemblage herauszuarbeiten.
Drei sehr unterschiedliche Jahre im Keller
Besonders interessant ist, dass die Kellermeister derzeit mit drei ausgesprochen unterschiedlichen Jahrgängen arbeiten können.
2024 war geprägt von einem kühlen und feuchten Jahr.
2025 brachte deutlich wärmere Bedingungen und eine andere Art von Reife.
2026 wiederum war von extremer Hitze und Trockenheit geprägt.
Für uns macht genau dieser Kontrast die kommenden Jahre besonders spannend. Die Unterschiede zwischen den Jahrgängen dürften sich nicht nur in der Reife und Frucht zeigen, sondern auch in Struktur, Säure und der Art, wie sich die einzelnen Terroirs präsentieren.
Natürlich ist es noch viel zu früh für ein endgültiges Urteil über 2026. Die Grundweine stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung und die eigentliche Geschichte des Jahrgangs wird sich erst über die kommenden Monate und Jahre erzählen.
Was wir aber bereits jetzt hören, macht ausgesprochen viel Freude. Die Kombination aus außergewöhnlicher Reife, Konzentration und erhaltener Frische schafft beste Voraussetzungen für charaktervolle Champagne Weine.
2026 war ein ungewöhnliches Jahr. Jetzt beginnt der spannende Teil: herauszufinden, was die Champagne daraus macht.