Rosé Champagner
Von Rosé d’Assemblage bis Rosé de Saignée: Herstellung, Stilistik, Geschmacksunterschiede und unsere Empfehlungen.
Die Geschichte des Rosé-Champagners kann nur als eine einzigartige Erfolgsgeschichte angesehen werden. Noch vor etwas über drei Jahrzehnten betrug sein Anteil an der Gesamtproduktion keine drei Prozent und bei weitem nicht jeder Erzeuger hatte überhaupt einen Rosé im Portfolio. Inzwischen changieren gut über ein Zehntel aller Champagner zwischen zartem Lachsrosa und kräftigem Pink und nahezu niemand in der Champagne kann oder will darauf verzichten, seinen Kunden zumindest einen Rosé anzubieten.
Welche Arten von Rosé-Champagner gibt es?
Die stilistische Bandbreite lässt sich aufgrund der erwähnten Farbvarianz auf den ersten Blick vielleicht leichter wahrnehmen als bei weißen Vertretern, doch ist sie nicht minder gewaltig: Man findet dieser Tage ebenso jugendliche, fruchtig frische Exemplare wie reife, enorm würzige und tiefgründige mit langem Hefelager. Es gibt Rosé aus dem Edelstahl, solchen mit Holzkontakt, mit oder ohne die Beteiligung von Reserveweinen und die Frage nach der absoluten Wahrheit bezüglich der malolaktischen Gärung (auch biologischer Säureabbau, kurz BSA genannt) bleibt ebenso unbeantwortet wie beim weißen Champagner.
Ganz entscheidenden Einfluss auf Geschmack und Stil hat die Herstellungsweise. Die zwei wichtigsten Typen sind Rosé d'Assemblage und Rosé de Saignée.
Rosé d'Assemblage
Den bei weitem größten Teil der Rosé-Champagner machen sogenannte „Rosé d’ Assemblage“ aus, also ursprünglich Weißweine, die mit einem kleineren Teil Rotwein vermählt werden. Dieser reicht von gerade einmal fünf Prozent bis hin zu 20 Prozent bei sehr kräftigen und tieffarbigen Weinen. Diese Herangehensweise ist keineswegs pauschal als minderwertig zu betrachten, denn sie ermöglicht es beispielsweise, einen extrem frischen und schlanken Chardonnay - unter Zuhilfenahme einer geringen Menge Rotwein - in einen unvergleichlich animierenden Rosé zu verwandeln.
Rosé d'Assemblage kann stilistisch von sehr leicht, frisch und elegant bis kräftig und weinig reichen.
Hier Rosé d'Assemblage Champagner die wir besonders schön finden:
100% Meunier Davon 8-10% als Rotwein vinifiziert Dosage: 7g/l 50% Reserveweine Gärung im Stahltank 2 Jahre Flaschenreife Mit malolaktischer Gärung Nicola OKT23: Zurückhaltende und zarte Frucht, sehr balanciert und überhaupt nicht kitschig David OKT23: dunkelfruchtig, würzig, feiner Gerbstoff, elegant und trinkig
Inhalt: 0.75 Liter (54,67 € / 1 Liter)
68% Meunier, 17% Chardonnay, 15% Pinot Noir12% Rotwein für 12 Monate in Eichenfässern gereiftDosage 6g/l50% ReserveweineNicola APR24: Ultra trinkig ohne kitschig oder fruchtig zu sein, saftig, Trinkfluss, leichtfüßig, verspielt
Inhalt: 0.75 Liter (66,53 € / 1 Liter)
85% Chardonnay, 15% Pinot Noir Dosage: 7g/l Pierre Moncuit ist für seine Blanc de Blancs berühmt, stellt aber auch einen hervorragenden Rosé her. Die Trauben stammen aus Le Mesnil (Chardonnay) und aus Ambonnay (Pinot Noir). Absichtlich ist die Farbe etwas blass, da Moncuit leichte Rosés bevorzugt: “Man kann ihn leicht am Nachmittag trinken anstelle einer Tasse Tee“ - sagt Nicole Moncuit und wir stimmen ihr zu :) Nicola OKT23: Feinbeerig, mineralisch, elegant, ganz leicht dunkle Note, die es auch markant und etwas charaktervoll macht. Eignet sich dadurch auch als Essensbegleiter! David OKT23: Rotbeerig, generöser Ersteindruck, elegante und frische Weinigkeit, erdig anhaltend
Inhalt: 0.75 Liter (64,00 € / 1 Liter)
ROSÉ DE SAIGNÉE
Die nicht ganz so bekannte Gruppe sind Rosés, bei denen der gepresste Saft mit den Schalen in Kontakt bleibt und dabei die Farbe aus der Schale herausgelöst wird. Auch Tannine gelangen hierbei in den Saft ähnlich wie bei einer Rotweinbereitung. Je länger der Saft mit der Schale in Kontakt bleibt, desto intensiver das Ergebnis.
Man spricht dann von „Rosé de Saignée“ (frz. saigner = bluten) oder auch „Rosé de Maceration“.
Sie sind meist kräftiger, weinig, komplexer und häufig von dunkler Frucht, Würze oder erdigen Noten geprägt. Dadurch eignen sie sich besonders gut als Essensbegleiter – wir empfinden diese Art Rosés häufig auch als etwas ‚intellektueller‘.
Wer also einen kräftigen, weinigeren Rosé-Champagner als Essensbegleiter sucht, sollte nach Rosé de Saignée oder Rosé de Macération schauen.
Hier Rosé de Saignée Champagner die wir besonders spannend finden:
30% Pinot Noir, 24% Chardonnay, dazu 46% Pinot Noir vinifiziert nach der Saignée Methode (jedoch nur kurze Mazeration, dadurch nicht sehr intensiv wie andere Rosé de Saignée). Dosage: 3g/l Durchschnittliches Alter der Reben: 33 Jahre 80% Ausbau im Barriquefass 4 Jahre Flaschenreife Malo: 40% Körperreich, weinig: ein großartiger Essensbegleiter zu Kalb, Lachs oder Thunfisch!
Inhalt: 0.75 Liter (98,67 € / 1 Liter)
100 % Pinot Meunier von den ältesten Reben Dosage: 1,5g/l Boden: brauner Kalkstein & Lehm Weinberg: keine Herbizide, keine Insektizide Ausbau: 50% gebrauchtes Barrique (aus dem eigenen Wald) & 50% Amphore über 11 Monate Vinifikation: keine Malo / Filtration / Schönung Causica stammt von den ältesten Meunier-Reben der Lointiers. Die eine Hälfte des Weines wurde in gebrauchten Barriques ausgebaut, deren Holz aus dem eigenen Wald kam. Die andere Hälfte reifte über elf Monate in der Amphore. Keine malolaktische Gärung, keine Schönung, keine Filtration. Die Hefelagerzeit auf der Flasche beträgt mindestens 22 Monate. Der Name Causica leitet sich von einer Unterart der Honigbiene ab, die eine spezielle Behaarung besitzt – ähnlich den Blättern des Pinot Meunier. Causica duftet einladend nach Biskuit und Pfirsichcreme, dabei ist alles aufregend rauchig unterlegt. Am Gaumen zeigt sich viel Struktur sowie eine feine Rotbeerigkeit, die im griffigen Abgang lange nachklingt. Roland - passionierter Kunde: Delikat, frisch, eher hellrote Frucht (mir kam hier die rote Johannesbeere!), zarter und warmer Brioche-Ton, dezente Rauchanklänge. Lecker, Trinkfluss bis nach Meppen, vor allem die Perlage macht mich fertig: so fein und unterhaltsam! Insgesamt im Herbst bei 22 Grad am Abend kaum zu toppen…
Inhalt: 0.75 Liter (79,87 € / 1 Liter)
Die Große Vielfalt
Mittlerweile gibt es auch Rosés, die beide Varianten vereinen, Rosés, bei denen das Lesegut nur leicht angepresst und der Most angegoren wird, bis eine leichte rosa Farbe entsteht (auch Œil de Perdrix genannt), Rosés, wo weiße und rote Trauben gemeinsam mazeriert werden und und und ...
Auch wenn die geschilderten Bereitungsweisen zu den erwähnten aromatischen und geschmacklichen Unterschieden führen, so verhält es sich dennoch wie so oft beim Champagner: Es gibt keinen allein richtigen Königsweg sondern nur unendlich viele genussvolle Individuen!
Welcher Rosé-Champagner passt zu welchem Essen?
(mit freundlicher Unterstützung von Champagne.de)
Rosé Champagner vermittelt durch seine Farbe eine extravagante Note und verleiht Gerichten eine neue, warme, harmonische Komponente. Er passt besonders gut zu süßsauren Speisen und den milden, feinen, zarten Aromen bunter Gewürze und geheimnisvoller Kräuter wie Pfeffer, Zimt, Vanille und Muskat. Am besten harmoniert Rosé-Champagner mit feinen und ausgewogenen Speisen, die würzig, aber nicht zu scharf sind.
Welches Essen passt zu Rosé d'Assemblage?:
- Weißes Fleisch
- Eingemachtes Sommergemüse (z.B. Tomaten und Auberginen)
- Fisch und Krustentiere
- Sushi, Sashimi und Tempura
- Süßsaure oder safranhaltige Soßen
- Süße und herzhafte Gerichte auf Honig- oder Zimtbasis mit milden Gewürzen
Welches Essen passt zu Rosé de Saignée oder kräftigem Rosé Champagner?:
- Geschmacksintensive, herzhafte Gerichte mit rotem Fleisch (Ente, Taube, Rind und Lamm)
- Winter- und stärkeren Gewürzen wie Koriander, Kreuzkümmel, Safran
- Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Bohnen oder Linsen)
- Eintopfgerichte, Tajine
- Satays