„Kimmeridge“-Boden
Das kleine Städtchen Kimmeridge im Süden Englands mit seiner gleichnamigen Bucht ist Teil der berühmten Jurassic Coast, einer spektakulären Küstenlandschaft voller Fossilien, schroffer Felsformationen und uralter geologischer Schichten...
Das kleine Städtchen Kimmeridge im Süden Englands mit seiner gleichnamigen Bucht ist Teil der berühmten Jurassic Coast, einer spektakulären Küstenlandschaft voller Fossilien, schroffer Felsformationen und uralter geologischer Schichten.
Ein Teil dieser beeindruckenden Küste stammt aus dem Oberen Jura-Zeitalter und ist geprägt von kalk- und tonhaltigen Böden voller fossiler Ablagerungen. Genau diese geologische Formation, der sogenannte Kimmeridge-Kalk, zieht sich unterirdisch weiter durch Europa, taucht unter dem Ärmelkanal und dem Mittelmeer ab und tritt schließlich unter anderem in der Côte des Bar, in Chablis, Sancerre und Pouilly-Fumé wieder an die Oberfläche.
Vor allem im südlichen Teil der Champagne prägt dieser Boden die Weine mit einer ganz eigenen Handschrift. Die Kalkmergel- und Mergelböden unterscheiden sich deutlich von den kreidedominierten Böden der Montagne de Reims oder der Côte des Blancs. Sie speichern Wasser anders, erwärmen sich schneller und bringen Weine hervor, die oft etwas direkter, würziger und strukturierter wirken.
Besonders der Pinot Noir fühlt sich hier pudelwohl und bringt Champagner mit enormer Tiefe, salziger Mineralität und markanter Präsenz hervor. Doch auch der Chardonnay kann auf Kimmeridge-Böden faszinierende Ergebnisse liefern, allen voran im kleinen, legendären Ort Montgueux, der oft als „Montrachet der Champagne“ bezeichnet wird.
Typisch für Champagner von Kimmeridge-Böden sind eine fast kreidige Spannung, eine dunklere Mineralität sowie Aromen, die an Zitruszesten, Kräuter, Rauch, Feuerstein und manchmal sogar an Austernschale erinnern. Trotz aller Kraft behalten die Weine meist eine bemerkenswerte Frische und Präzision.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass sich gerade in der Côte des Bar besonders viele Individualisten und Visionäre unter den Winzern finden. Die größere geographische Distanz zur „klassischen“ Champagne rund um Reims und Épernay hat hier früh Raum für neue Ideen geschaffen. Heute gilt die Region als eine der spannendsten Gegenden der Champagne und nimmt insbesondere beim biologischen und biodynamischen Weinbau eine echte Vorreiterrolle ein.
Unser Paket rund um den Kimmeridge-Boden zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Winzer diesen besonderen Untergrund interpretieren können – von der druckvollen Präzision bei Pierre Brocard über die wilde Energie von Ruppert-Leroy bis hin zur tief mineralischen Eleganz der Champagner von Piollot.