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Pinot Meunier

Der Pinot Meunier (Müllerrebe, Schwarzriesling) ist ein Mitglied der illustren Familie der Burgundersorten. Ob es sich bei ihm um eine Mutation des Pinot Noir handelt, oder er aus einer Kreuzung von Pinot Noir mit einer anderen Rebsorte entstanden ist, gilt in der Wissenschaft noch immer nicht als final geklärt.

Unstrittig hingegen ist die Herkunft seines Namens bzw. seiner Synonyme: Die stark weiß behaarte Blattunterseite wirkt, als sei sie mit Mehl bestäubt und ähnelt zudem der des Rieslings. Im Weinberg ähneln die Vorlieben und Ansprüche des Pinot Meunier denen des Pinot Noirs, wenngleich er etwas weniger sensibel auf verschiedene Standorte reagiert und sich besser an verschiedene Böden anpasst, über einen stabileren Ertrag als Pinot Noir verfügt und aufgrund des tendenziell späten Austriebs gegenüber Spätfrost nicht sehr empfindlich ist. Echter und falscher Mehltau stellen ebenfalls keine allzu große Bedrohung für die Sorte dar, denn sie ist grundsätzlich robust gegenüber diesen Krankheiten.

Die Verbreitung des Pinot Meunier beschränkt sich im Wesentlichen auf Frankreich und hier fast ausschließlich auf die Champagne, wo er seit dem 18. Jahrhundert angebaut wird. Man findet ihn aber auch in Australien, Neuseeland, Südafrika und Deutschland, hier mit klarem Schwerpunkt in Württemberg. In letzterer und den benachbarten Regionen werden aus Pinot Meunier traditionell eher leichtgewichtige, fruchtbetonte und rasch zu trinkende Stillweine erzeugt, die durch ihre Unkompliziertheit und Trinkfreude bestechen und zumeist unter dem deutschen Namen „Schwarzriesling“ abgefüllt werden. Im Zuge der nun schon über zwei Dekaden andauernden Qualitätsorientierung des heimischen Weinbaus gelangen jedoch zunehmend seriösere, lagerfähige Sortenvertreter auf den Markt, die - nicht selten im kleinen Holzfass ausgebaut – in ihrer Stilistik dem Pinot Noir ähneln, ohne ihn jedoch in der Spitze zu erreichen. Sie tragen oftmals den französischen Namen auf dem Etikett, ebenso wie die immer häufiger werdenden flaschenvergorenen Winzersekte besserer Qualität.

In der Champagne zeigt sich die besondere Eignung des Pinot Meunier für die Erzeugung von Schaumweinen. Die Sorte nimmt dort rund 32 Prozent der Rebfläche ein, besonders verbreitet ist sie auf den tonhaltigen Böden des Vallée de la Marne (Marnetal). Generell dient die Rebsorte mit ihrer eher harmonisch-fruchtigen Aromatik vor allem der Abrundung von Cuvées. Da sich aus Pinot Meunier gewonnene Weine tendenziell schneller entwickeln als Vertreter aus Pinot Noir oder Chardonnay, war es in der Vergangenheit um die Wertschätzung der Rebe zur Herstellung wirklich großer Weine nicht immer bestens bestellt. In den letzten Jahrzehnten besinnen sich jedoch immer mehr Winzer eines Besseren und bauen Pinot Meunier – als Blanc de Noirs oder Rosé - nicht nur häufiger sortenrein, sondern zunehmend auch als Jahrgangs- und Einzellagen-Champagner aus.

Die gelungensten Exemplare können hierbei hinsichtlich des Charakters, Eleganz und Entwicklungsfähigkeit durchaus in der ersten Liga spielen.

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