Die Suche nach dem perfekten Champagnerglas ist unter ambitionierten Weinliebhabern ein beliebtes Thema.
Die Glaskultur hat in den letzten Jahrzehnten immer weiter an Bedeutung gewonnen: es gibt Gläser für jeden erdenklichen Weintyp. Auch für Champagner hat nahezu jede Linie ein eigenes Glas im Angebot.
Aber zunächst zur Historie des Champagner Glas:
Die Champagnerschale: Ein Mythos besagt, dass sie inspiriert wurde durch die Form der Brust der Marie Antoinette. Jedoch kam die Schale bereits deutlich früher in Mode: im 17 Jahrhundert in England. Dort soll sie für große Festivitäten und die steigende Polularität des Champagners konzipiert worden sein. Die Form ist jedoch nicht ideal, weil die Kohlensäure zu schnell entweicht und die Aromen nicht zur Nase hin kanalisiert werden, sondern in die Luft entweichen. Die Oberfläche ist zu groß.
Die Flöte kam ungefähr 1950 in Mode, als Nachfolger der Champagnerschale. Damals stand sie für Eleganz, Finesse durch das schlanke Design. Sie konserviert auch besonders gut die Perlage im Champagner, jedoch können sich durch die extrem limitierte Oberfläche kaum Aromen entfalten. Dadurch geht ein Großteil des Geschmacks des Champagners verloren.
Es gibt kein einzelnes, ideales Champagner Glas, jeder hat eine andere Präferenz, die man für sich selbst herausfinden muss. Hier ein paar Parameter, auf die man achten kann:
Entfaltung der Aromen: Ideal ist ein bauchiges, mittelgroßes Glas, dass sich zur Nase hin leicht verengt (Kanalisation der Aromen).
Das Mundgefühl: Ideal sind mundgeblasene oder sehr feine maschinengefertigte Gläser mit einem sehr feinen Rand, so kann der Champagner wie Seide auf die Zunge perlen. Bei dickeren Gläsern mit einem Rollrand beispielsweise stolpert der Wein so richtig in den Mund.
Größe des Glases: Je komplexer und gereifter der Champagner desto größer kann das Glas sein. Handelt es sich um einen sehr jungen, unkomplizierten Champagner, wäre de Raum eines großen Champagnerglases zu groß, so dass sich die Aromen verlieren würden. Ein schlankeres Glas betont die Säure, Finesse und Mineralität, während ein großes Glas den Champagner runder, generöser und weiniger macht.
Oft ist es ausreichend, ein Weißweinglas zu wählen, wenn man nicht zu viele verschiedene Weingläser im Schrank haben möchte.
Ein Universalglas kann passen, kann aber auch manchmal eine zu große Öffnung haben, so dass die Kohlensäure zu schnell entweicht. Manche lieben Champagner aus großen Rotweingläsern, das kann wie oben beschrieben auch passen, nur sollte man dann kleine Mengen einschenken, damit die Kohlensäure nicht zu schnell entweicht.
Dann kommt auch oft die Frage, ob man den Champagner im Glas schwenken soll. Das kann man auch nur für sich selbst entscheiden. Durch das Schwenken geht Kohlensäure verloren und man sagt, dass durch die Kohlensäure mehr Aromen nach oben steigen, als bei Stillweinen. Deswegen müsse man nicht schwenken. Wenn einen der Verlust an Kohlensäure aber nicht stört und einem die Aromen wichtiger sind, kann man es dennoch tun, da gibt es keine starre Regel.
Wie immer beim größten und wunderbarsten aller Schaumweine sind auch in Punkto Gläser der Individualität und der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt!